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Martin Volgger

leben lernen durch sport
Mentale Stärke für die nächste Generation

Das Buch: Vor nunmehr vier Jahren setzten die Leistungssportlerin und Psychologin Monika Niederstätter und Martin Volgger zusammen, um über ein sportpsychologisches Projekt zu sprechen, das sie an der Sportoberschule Mals durchführen wollten. Dabei ging es dem Duo weniger um den möglichen sportlichen Erfolg als darum, den Schülern und Schülerinnen den Zugang zu Selbsterfahrung zu ermöglichen und sie über Motivation, Zuversicht, Zielvorstellungen, Denken, Konzentration, Wahrnehmung, Erwartungen, Erfolg, Misserfolg usw. zu unterrichten. "Was macht der Stress mit mir?", "Welche Signale kündigen ihn an und was kann ich dagegen tun?" - das waren wichtige Fragestellungen im Zuge des Projektes.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt war die Vermittlung allgemeiner und individueller Strategien zur Selbststeuerung.

Interessant war auch zu erforschen, ob die Jugendlichen die im sportlichen Bereich erworbenen Kompetenzen auch in Alltagssituationen würden anwenden können. Eine der wichtigsten Fragestellungen der Evaluationsarbeit war deshalb:

Wirkt sich die Bearbeitung psychologischer Themen auf das allgemeine psychische Befinden der Sportler (insbesondere auf ihre Selbstsicherheit) aus? Ist der Sport ein geeignetes Feld, das sensible Thema innerpsychischer Vorgänge zu beleuchten und Hilfe anzubieten? Ist ein Transfer auf die allgemeine psychische Befindlichkeit (vor allem die Selbstsicherheit) zu erwarten?

Die Ergebnisse, die durch diese Arbeit an dieser Fragestellung erlangt wurden, waren sehr bemerkenswert: Der Großteil der Jugendlichen wies am Ende der Projektarbeit einen beträchtlichen Zugewinn an sozialen Kompetenzen auf. Als mittlerweile "altgedienter Lehrer" (Eigendefinition) weiß Volgger, dass das Besprechen und die Behandlung von Gefühlen und Gedanken nicht unproblematisch sind. Wird im Klassenverband ein Thema diskutiert, wo erforderlich ist, eigene Erwartungen, Ängste, Stresssituationen oder Aggressionen zu benennen, so trifft er oft auf Schamgrenzen, auf "Gockelverhalten" und Verdrängung, die dieses Unternehmen erschweren.

Bei der Arbeit mit jugendlichen Sportlern tritt ein solches Verhalten viel seltener auf. Hier gehören Emotionen (Erwartungsangst, Jubelstimmung, Enttäuschung, Aggression), Stressmanagement und die Beschäftigung mit der eigenen Psyche und mentalen Stärke zum täglichen Geschäft.
Damit ist die sportliche Tätigkeit ein "elegantes" Feld, innerpsychische Abläufe zu beobachten. Der Stellvertretercharakter, den die sportliche Tätigkeit damit einnimmt, macht Sport zu einem Lebenstraining. Ja, man könnte sogar sagen, dass der Sport eine komprimierte Abbildung des Lebens ist, ein lustvolles Trainingsfeld für viele Fertigkeiten, die der Mensch dringend benötigt, um den Herausforderungen des Lebens gewachsen zu sein.

Eltern, Trainer, Betreuer und Erzieher können deshalb in einem sehr hohen Maße dazu beitragen, dass Jugendliche zu Menschen werden, die sich Ziele setzen und daran arbeiten, diese zu erreichen, die sich selbst und ihre Umgebung realistisch einschätzen und an ihre Chance im Leben glauben. Dazu ist es allerdings notwendig, dass sich die Trainer ihrer Rolle und Verantwortung bewusst sind und jene Kompetenzen aneignen, die Voraussetzung für ihre erzieherische Arbeit sind.

"leben lernen durch sport" will zum einen Mut machen, sich mit dem Thema "Persönlichkeitsförderung im Sport" auseinander zu setzen - eine große Chance, die der Sport bietet. Zum anderen möchte Martin Volgger ein konkretes Modell der Persönlichkeitsförderung vorstellen, das verständlich ist und von jedem engagierten Trainer, Betreuer, Erzieher, Elternteil umgesetzt werden kann. Volgger zeigt auf, wie leicht und vor allem interessant es ist, junge Menschen auf ihrer Reise zu sich selbst zu begleiten. Man lernt immer wieder dazu. Der Trainer ist nicht nur ein Lehrmeister, sondern eben immer auch ein Lernender, der sich von der Vielfalt menschlichen Verhaltens überraschen lässt.


Mit einer Einleitung von Super-G-Weltmeister Patrick Staudacher.


Der Autor: Der Südtiroler Martin Volgger ist gesetzlich anerkannter Psychologe und Psychotherapeut. Seit über 15 Jahren referiert er bei Weiterbildungsveranstaltungen zu Themen wie autogenes Training, Selbsthypnose, progressive Muskelentspannung, Stressmanagement und sportpsychologisches Training. Seit acht Jahren beschäftigt sich Volgger verstärkt mit der psychologischen Wettkampfvorbereitung für Individualsportler und letzthin auch Mannschaftssportler. In diesem Rahmen betreut der Sterzinger Amateur- und Spitzensportler, berät Trainer und Eltern und referiert zur mentalen Wettbewerbsvorbereitung. Der Super-G-Skiweltmeister Patrick Staudacher arbeitet seit drei Jahren mit Martin Volgger zusammen.


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