Anquetil

      Paul Fournel

»Maître Jacques«, wie ihn das Fahrerfeld respektgebietend nannte.

Inhalt:

Ich war zehn Jahre alt, ich war klein, rundlich und hatte braunes Haar. Er war groß, schlank, blond und ich wollte so sein wie er. Ich wollte sein Rennrad, seine Erscheinung, seine Nonchalance, seine Eleganz besitzen. Zugleich hatte ich mein Vorbild und mein Gegenbild gefunden.

"Maître Jacques", wie ihn das Fahrerfeld respektgebietend nannte, ist durch meine radfahrende Kindheit, wie eine majestätische Caravelle, gedüst. Er sah blendend aus wie kein Zweiter. Ich habe seine Rennen verfolgt, ich habe ihn bewundert, ohne jemals zu versuchen, ihn zu verstehen, was das Geheimnis um seine Person noch grö&ßuml;er machte. Seine Psyche war komplex, seine Motivierungen waren widersprüchlich, seine Eleganz stach aus dem Peloton heraus, sein Lebensstil war von einem Hauch von Luxus umweht - Dopinggeruch inklusive. Wenn man seiner Tochter Sophie glauben darf, dopte er sogar Goldfische.

Da meine Bewunderung für ihn, dem fünfmaligen Tour-de-France-Sieger, nie erloschen war, kam ich erst später auf die Idee, ein Portrait über ihn zu schreiben. Aber liebte dieser begnadete Fahrer das Rennrad wirklich?

 

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