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OLYMPISCHE ROLLENSPIELE

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Nicht die Anzahl der Spiele ist für mich entscheidend, sondern das qualitätsvolle Ausfüllen verschiedener Aufgaben. Doch ob als Journalist, Vertreter eines internationalen Verbandes, als Mitglied des Organisationsbüros oder als TV-Mitarbeiter: Olympische Spiele bieten immer besondere Emotionen.

Bei den Olympischen Spielen in London 2012 (Foto: Minozzi)


Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen. Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 1998 im japanischen Nagano war ein Tanz von Kindern, die die Flaggen der teilnehmenden Nationen auf ihrer Bekleidung trugen, der letzte Programmpunkt. Mein Sitzplatz war recht gut, überaus gut sogar, wenn man bedenkt, wie sehr sich der räumliche Abstand zwischen Protagonisten und Zusehern spätestens ab den Ereignissen von 9/11 im Jahr 2001 entwickelt hatte: Und so blickte ich direkt in die Augen eines Mädchens, das Italien repräsentierte, das mich anstrahlte und ihre kleinen Hände in den Himmel reckte. Es war eine Zeit, in der ich durchaus daran dachte, eine Familie zu gründen, und Tränen nahmen mir meine Sicht.

 

Mag diese Geschichte auch eine persönliche, emotionale sein, so ereignete sie sich bei der Eröffnungsfeier eines der wichtigsten Sportereignisse der Welt. Olympische Spiele oder Winterspiele lassen nicht kalt. Ich berichtete als Journalist der „Salzburger Nachrichten“ (SN) aus Fernost, gemeinsam mit Michael Smejkal, der im Gegensatz zu mir bereits das Olympische Flair erlebt hatte. Und ich war überwältigt von meiner ersten „multi-sport, multi-venue“-Teilnahme.

 

Die Begeisterung für sportliche Großveranstaltungen ist mir geblieben, gleichzeitig auch meine professionelle und gleichermaßen demütige Herangehensweise – beispielsweise, die Kulturen und Gepflogenheiten der Gastgeberländer nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern zu respektieren und aufzusaugen, oder danach zu streben, Tag für Tag die bestmögliche Arbeit abzuliefern, für wen immer ich auch arbeitete.

 

PyeongChang 2018 sind meine neunten Olympischen Spiele (hinzu kommen noch je zwei Jugend-Olympiaden und Paralympische Spiele). Es ist eine schöne Zahl, fast schon zweistellig, und ich empfinde es nicht für selbstverständlich, bei so vielen Veranstaltungen im Zeichen der fünf Ringe dabei gewesen zu sein (bzw. dabei zu sein). Dennoch wehre ich mich dagegen, meine Leistung allein quantitativ bemessen und bewerten zu wollen. Auch wenn man etwas oft macht, heißt es nicht, dass man es gut macht, pflegt einer der Direktoren der Olympic Broadcasting Services zu sagen.

 

Deswegen stellt für mich persönlich eine größere Genugtuung dar, in verschiedenen Rollen bei und für Olympia gearbeitet zu haben: zweimal als SN-Redakteur (1998, und 2002 in Salt Lake City/USA), dann als Venue Press Manager für Langlauf bei den Olympischen Spielen in Turin (ITA) 2006, damals, als Mario Stecher die österreichischen Nordischen Kombinierer zum Team-Erfolg führte und als am letzten Tag nach Giorgio Vanzettas 50-km-Langlaufsieg das „field of play“ von italienischen Zuschauern und Medienvertretern gleichermaßen gestürmt wurde. Es folgte eine Arbeit als „Information Specialist“ in den Sportarten Fechten und Boxen für den Olympic News Service in Peking (CHN) 2008, und ich erinnere mich noch daran, wie ich Degen-Gold für den Italiener Matteo Tagliariol richtig prognostiziert hatte.

 

In meine Tätigkeit als Media Information Officer Nordische Kombination für den Internationalen Skiverband fiel dann Vancouver (CAN) 2010, und 2012 war ich nicht nur federführender Media Operations Manager bei den ersten Youth Olympic Winter Games in Innsbruck (AUT), sondern auch Venue Media Manager für Fechten und Taekwondo in London (GBR) – hautnah erlebte ich mit, wie Kampfsportler Anthony Obame mit Rang zwei die erste olympische Medaille für Gabun überhaupt eroberte, und mit seinem Präsidenten so lange telefonierte, dass er fast die Siegerehrung versäumte. „Victory ceremony, victory ceremony“ bettelte ich ihn fast an, und überrascht und hektisch brach er das Gespräch ab. Zwei Mal war ich schließlich für den Olympic News Channel, einem 24-Stunden-TV-Programm der Olympic Broadcasting Services, tätig, 2014 in Sotchi (RUS) und 2016 in Rio de Janeiro (BRA).

 

Allesamt waren es Events, die mich mit Personen zusammenführten, die ich schätzen gelernt habe und immer noch tue, und die mir Erfahrungen brachten, die mich in meinem Beruf und auch Privatleben wachsen und reifen ließen.

 

Doch nun: PyeongChang 2018! Es werden herausragende und anstrengende Tage werden, es werden Tage sein, in denen die Zeit stillsteht und ich mich in einer Blase befinde: getrieben von den sportlichen Zeitplänen, den Öffnungs- und Schließzeiten des Pressezentrums, von Mixed-Zone-Aktivitäten und Mediengesprächen. Nun, im Februar 2018, bin ich erneut Venue Press Manager, und ich freue mich schon darauf, das Medienzentrum für die Disziplinen Langlauf, Skispringen, Nordische Kombination und Big Air mit bis zu 400 Fotografen und Journalisten gefüllt zu sehen, sowie auf 21 Pressekonferenzen, die abzuhalten sind. Ich weiß, dass ich auf ein sehr erfahrenes Team zählen kann und auf rund 50 Freiwillige, die die Spiele in ihrem Land zu einem Erfolg machen werden.

 

Und ich hoffe für sie, für mich, dass Emotionen in uns allen hochkommen werden wie damals, vor 20 Jahren, als ein kleines japanisches Mädchen mit breitem Lächeln und in die Höhe gestreckte Arme vor mir stand. Besondere Emotionen werden nur durch besondere Momente vermittelt. Momente, wie sie Olympische Spiele bieten.

 

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