FRANCESCO TOTTI, SANTO SUBITO?

Francesco Totti ist das, was Kobe Bryant bei den LA Lakers oder Dirk Nowitzki bei den Dallas Mavericks war, oder Paolo Maldini beim AC Milan: eine Klub-Ikone, die sich nicht nur aufgrund ihrer Leistung, sondern auch ihrer Loyalität auszeichnete. Heilt Totti nun auch Kranke?

Eine Nachricht ging dieser Tage durch die Medien. Eine römische Fußballerin lag seit Dezember im Koma. Die 19-Jährige wachte auf, als man ihr eine Sprachnachricht von Francesco Totti, der Ikone ihres Lieblingsvereins AS Rom, vorspielte. Ein Totti-Wunder?

Na ja, zuerst einmal ist es eine gute Geschichte, egal ob sie nun wahr ist oder nicht. Doch es ist bekannt, dass viele Patienten, die später aus einem Koma erwacht sind, die Anwesenheit oder die Berührungen, die Stimmen und Klänge von Vertrauten während ihrer Zeit im Komas hinterher als sehr angenehm beschreiben.

Klar ist auch, dass Totti eines der prominentesten und bekanntesten Gesichter Roms des 21. Jahrhunderts ist. Als er begann, ein Star zu werden und in einem Mehrfamilienhaus lebte, wurde regelmäßig der Fußabstreifer vor der Haustür gestohlen. Als er ein Star war und abgeschirmt lebte, konnte er sich in seiner Heimatstadt nicht mehr frei bewegen. Und wenn er es tat, dann sorgte er für Menschenaufläufe und chaotische Zustände in einer ohnehin nicht für Ruhe, Ordnung und Disziplin bekannten Metropole.

Francesco Totti ist 2001 Italienmeister und 2006 auch Weltmeister geworden, er hat die Geschichte des Fußballs auf der Apenninenhalbinsel ebenso geprägt wie Buffon, Del Piero, Pirlo, oder wie Zoff, Altobelli, Baggio im 20. Jahrhundert. Und er hat eines bewiesen, was heutzutage, nun ja: eher selten, ist – Vereinstreue. Er begann bei der AS Roma, und er spielte sein letztes Match für immer noch diesen Verein. Er hat 619 Spiele in der Serie A für diesen Klub bestritten (nur Buffon und Maldini haben mehr Einsätze), und er hat dabei 250 Tore erzielt (nur Silvio Piola kam auf mehr Serie-A-Tore, auf 274).

Nicht mehr lange, und seine Biografie „Der ewige Kapitän“ erscheint in deutscher Sprache. Der italienische Bestseller wurde bereits in viele andere Sprachen übersetzt, ins Bulgarische, Chinesische, Finnische, Ungarische, Georgische, Japanische, Holländische, Polnische, Russische, Spanische und selbstverständlich Englische. Der egoth-Verlag schließt eine Lücke.

Totti hat seinen Fan im Krankenhaus besucht, selbstverständlich. Die meisten Römer würden ihr Idol wohl am liebsten gleich heilig sprechen wollen. Aber ob Heiliger oder Seliger, Francesco Totti ist auf alle Fälle ungekrönter König von Rom.

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