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KOBE BRYANT, UNVERGESSEN

Das Spiel ist immer größer als dessen Protagonisten oder Protagonistinnen. Ein Event ist immer wichtiger als deren Teilnehmer oder Teilnehmerinnen. Fehlen die einen, spielen und gewinnen eben die anderen. Und dennoch sind es die prominenten Namen aus Gegenwart und Vergangenheit, die einer sportlichen Realität Größe und Würde verleihen. Jene, die der Perfektion am nächsten kommen und Akzente „für die Ewigkeit“ setzen, motivieren und inspirieren die nächsten Generationen, und diese dann die nächsten.

Kobe Bryant, Aufgenommen von Stephanie Young Merzel, Quelle: https://www.flickr.com/photos/justthismoment/2485910656/

Wilt Chamberlain setzte in der US-amerikanischen Basketballmeisterschaft NBA solch einen Meilenstein, als er 1962 für die Philadelphia Warriors gegen die New York Knicks auf hundert Punkte in einem Spiel kam. Das Werk von Gary M. Pomerantz „Wilt, 1962: The Night of 100 Points and the Dawn of a New Era” erzählt die Geschichte dieses Spiels, in dem eine Marke gesetzt wurde, die heute noch, über 60 Jahre später, nicht erreicht wurde (und vielleicht auch niemals wird, wer weiß).


Doch in den 1960ern befand sich die NBA in, sagen wir: ihren Anfängen, sie ist schwer zu vergleichen mit der professionellen und auch kommerziellen Liga in den darauffolgenden Jahrzehnten. Es kamen Kareem Abdul-Jabbar, Karl Malone, Magic Johnson, Larry Bird und viele andere mehr, die die Szene prägten. Es erschien Michael Jordan, und man mag sich gedacht haben: Besser kann dieses Spiel nicht gespielt werden.


Kobe Bryant wuchs in Italien auf, lernte dort taktische Disziplin auf dem Court, meldete sich mit 17 zum NBA-Draft an und verbrachte seine ganze Karriere bei den Los Angeles Lakers, von 1996 bis 2016. Er gewann fünf Mal die Meisterschaft, war 15 Mal im All-Star-Team vertreten, holte mit der Nationalmannschaft zwei Olympische Goldmedaillen, in Peking 2008 und in London 2012. Viele Erfolge haben auch viele andere gefeiert, 81 Punkte – die zweithöchste je erreichte Punktzahl in einem einzigen Spiel – nur er. 81 Punkte erzielte Kobe Bryant im Jahr 2006 gegen die Toronto Raptors, danach wollten auch Mitspieler ein Autogramm von ihm.


Vier Jahre nach einem Karriereende stirbt der Beste, den die NBA jemals hatte. Am Morgen des 26. Januar 2020 kam Bryant beim Unfall eines gecharterten Hubschraubers zusammen mit seiner zweitältesten Tochter Gianna sowie den sechs weiteren Insassen und dem Piloten in Calabasas bei Los Angeles ums Leben.


War er tatsächlich der Beste, den die NBA jemals hatte?`Darüber lässt sich trefflich diskutieren. Tatsache indes ist, dass Bryant nicht nur das Idol einer, sondern gleich mehrerer Sportler-Generationen ist. Basketballer auf der ganzen Welt trauerten, indem sie beispielsweise "RIP#24", RIP KB" auf ihre Sportschuhe schrieben oder ließen sich ein Andenken an den Größten aller Zeiten auf Arm, Brust, Rücken tätowieren.


Eiserne Disziplin, Ehrgeiz, Willenskraft waren Eigenschaften, die zu großen, ja: genialen Taten auf dem Court führten. Doch wie wurde Bryant, was er wurde? Auf welchem feinen Grat trafen sich Selbstbewusstsein und Arroganz? Welche Entwicklungsschritte waren notwendig, um Kobe Bryant zum Besten der NBA zu machen?


Der renommierte Autor Roland Lazenby, der auch über Michael Jordan, Magic Johnson, Phil Jackson Bücher verfasste, hat Kobe Bryant ein literarisches Denkmal gesetzt und dabei dessen Schattenseiten nicht ausgeklammert. Auf Deutsch erschien das Buch im September 2020, doch es ist aktuell wie eh und je.




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